Zur Geschichte Grüningens
Eine Zusammenfassung von Wilhelm Hirt im Jahre 2008



1109

Erste schriftliche Erwähnung bei der Schenkung „Konrads von Waldkirch“ an das Hauskloster der Zähringer, St. Peter im Schwarzwald, in Gegenwart von Herzog Bertold II und seines Sohnes Rudolf. Bezeugt auch durch „Bertold von Gröningen“ und dem freien Mann „Walchon“. Erste Besiedlung hier in einer kleinen alemannischen Streusiedlung zwischen 700 und 900 nach Christi, nachgewiesen durch mehrere Gräberfunde. Am Rebberg schlummert unter der Erde eine Burgruine, welche dem Freiherrn "Gruno" ritterlichen Standes, Wohnsitz und künftiger Ortsnamen Gröningen zugeordnet wird.
Die „Zimmersche Chronik“ berichtet, dass ein "Freiherr uf de Gröningen" der letzte seines Stammes verfügt habe, seinen eigenen Kirchensatz und Zehnten samt etlichen Höfen zu "Aasen in der Baar" der Freiherrschaft zu Zimmern zu vermachen, die alles als Lehen an die "Von Sunthausen“ gegeben haben. Ebenso ist in der Chronik erwähnt und festgehalten, dass der freie Mann "Bertoldus uf de Gröningen" noch 1134 die Mühle zu Oberaufen betrieben hat.



1179

kommt die Siedlung zum Kloster St. Georgen, dann über die Herzöge von Zähringen um das Jahr 1200 zum Hause Fürstenberg. Bei den Geschlechtern dieser Siedlung traten immer bei Verfügungen im Sterbefall auch ein „Walchon von Gröningen“, ein „Heinrich von Hardegg“, ein „Eberhardus von Gröningen“ und „Conradus uf de Gröningen“ als Zeuge auf. Die Orte der Baar waren unfreie Orte, die Bewohner unfreie Leute und damit Leibeigene der Herrschaft. Die Leibeigenschaft vererbte sich von der Mutter auf das Kind. Dieses hatte die Schollensüßigkeit und Abgabe zur Folge, aber auch das Burg - und Stimmrecht. Leibherrn von Gröningen war das Haus Fürstenberg. Die Überlieferung schreibt aus wenigen Notizen, dass in der Siedlung Gröningen bereits schon 1244 ein Leutpriester oder Ordensmönch wirkte. Erst im Jahre 1698 wurde zwischen den Johannitern und den Franziskanermönchen vereinbart, dass die Franziskaner für diesen Ort zuständig sind und mindestens 30 Gottesdienste im Jahr anbieten sollten. Ab 1743 wurde ein Weltpriester zugewiesen, dieser konnte aber erst 1788 in ein neues Pfarrhaus einziehen.



1306

schenkt Graf Egon zu Fürstenberg unter Billigung seines Bruders Graf Gebhard zu Fürstenberg, Domherr zu Konstanz, die Pfarrei mit Widumshof und die ganze Vogtei dem Johanniterorden in Villingen. Die Kirche, vermutlich im 13. Jahrhundert erstmals erbaut und 1551 neu in die Mauern gebracht, ist ein Baudenkmal, welches die Veränderungen der Zeit gut überstanden hat. Die kirchliche Zugehörigkeit vor 1300 war „Kirchdorf im Brigenthal“, welches den hl. Martin von Tours verehrte. Graf Gebhard zu Fürstenberg, Domherr zu Konstanz und Pfarrrektor für Grüningen war leiblicher Bruder von Graf Egon zu Fürstenberg. Diesem adeligen Geistlichen werden die Wandfresken in der Mauritiuskirche in Grüningen aus dem 13. und 14. Jahrhundert zugeschrieben.



1326

übergaben die Johanniter einige Besitztümer an den Erzherzog Albrecht von Österreich. 1466 kam der Ort nach großen Wirren wieder zu den Johannitern.
Wer waren diese Johanniter? Diese werden als Orden nach der Eroberung von Jerusalem durch die ersten Kreuzfahrer ab 1099 gegründet und erst 1113 bestätigt. Die christlichen Eroberer bauten über der Grabstätte des hl. Johannes des Täufers ein Spital, pflegten Kranke und Verletzte und übten sich bei vielen Werken der Barmherzigkeit und kamen so dem Ideal der christlichen Wohlfahrtspflege sehr nahe. Zunächst gelten für sie die drei Gelübde Armut, Keuschheit und Gehorsam. Erst etwa 30 Jahre später kam das vierte Gelübde dazu. Kampf gegen die Ungläubigen und Umbildung zum kämpfenden Orden. Nach ihrer Vertreibung setzten sie sich zunächst auf der Insel "Rhodos" fest und verlegten ab 1530 ihren Sitz nach Malta. Jetzt nannten sie sich auch Malteser, wovon heute noch die Organisation und Namen des Malteser Hilfsdienstes kündet. Die Angehörigen waren ritterlichen Standes. Die Ordensregel verband das Geistliche mit dem adeligen Wesen, wodurch sie viele finanzielle Unterstützung einbrachten. An der Spitze stand der Großmeister, er wurde von acht Großwürdenträgern beraten. Die Heimatorganisation war in Priorate und diese wiederum in Kommende unterteilt, an deren Spitze ein Komtur stand. Als Komturei bezeichnete man den Verwaltungssitz des Johanniterordens. 1254, schon vier Jahre nach des großen Staufers, Kaiser Friedrich II der schon durch den Mauerbau die Zahringerstadt Villingen zu einem voll ausgebildeten städtischen Gemeinwesen gemacht hatte, sprach Graf Heinrich zu Fürstenberg damals schon von den lieben Bürgern unserer Stadt Villingen. 1257 bezeichneten die Bürger selbst den Grafen als ihren Herrn. Alle den Johannitern gehörigen Grundstücke, Hofstätten und Gebäude waren Lehensgüter.



1524 / 1525 Bauernkriege

Die Ursachen der Bauernkriege gehen mehrere Jahrzehnte zurück. Es war besonders die Zunahme der Leibeigenschaft, die Zunahme der Rechte von den Herrschaftshäusern hinsichtlich des Waldes, des Wassers, der Weide und des Wildes, ebenso die Fronden und Abgaben waren die Klagepunkte. Die Bauern wollten das „göttliche Recht" d.h. sie beabsichtigten nur das leisten, was im Gesetze Gottes ihrer Ansicht nach begründet war. Vor allem beanspruchen sie die Freiheit, so wie der Mensch frei geboren sei! Uneingeschränkte Nutzung von Wald, Weide, Wild. Aber Sie forderten auch die Abschaffung von Fronden, Zehnten und Gilbten. Diese Forderungen der Aufständischen wurden als Losung der Bauernkonflikte angesehen. Der zweite Akt war der Aufstand der Brigachtäler Bauern, der in den Villingern unterstellten Ortschaften Beckhofen, Grüningen, Klengen, Überauchen, Rietheim und Marbach ausbrach. In der Mühle zu Klengen wurden die Bauernforderungen in 16 Artikeln zusammengestellt und am 18. November 1524 dem Villinger Rate überreicht. Da die Verhandlungen sich hinzogen, wurde „Oswald Meder von Rietheim“ zum Hauptmann gewählt. Man zog nach Bad Dürrheim, wo erstmals auch vom "göttlichen Recht " nachweislich die Rede war und dann in der Ostbaar und Westbaar umher, wobei sowohl „Hans Müller von Bulgenbach“, als auch „Oswald Meder“ die Aufständischen anführten. Diese Bewegung schloss am 14.Dezember 1524 damit ab, dass die Villinger die Aufständischen unter Oswald Meder fassten und schlugen. Daraufhin zerstreuten sich die Bauern in die Schwarzwaldberge. Der Haufen, der in die Westbaar gezogen war, blieb in Unadingen, Löffingen und Neustadt stehen.
Mit den Villinger Dörfern kam am frühesten eine Einigung zustande, der so genannte Villinger Anlass. Am 3. Februar 1525 wurde der Friede zwischen der Stadt und Bauernschaft geschlossen. Grüningen jedoch wurde nochmals im Mai 1525 geplündert und gebrandschatzt.



1618 -1648 Dreißigjähriger Krieg

Unser Dorf blieb bis 1632 von den unmittelbaren Kriegsnot verschont, jedoch Hunger und Krankheiten, wie „Nervenfieber, „Typhus" und die „Pest“ ließen die Bevölkerung auf ein Viertel zusammenschmelzen. Kaum waren dieser Krieg und viel menschliches Elend überstanden folgte der Spanische - Erbfolgekrieg von 1701–1714. Die durchziehenden königlichen Truppen plünderten was ihnen gerade gelegen kam. Zwei Relikte aus dieser Zeit erinnern unser Dorf an dieses Ereignis. In der Kirche am Chorbogen deuten zwei Kanonenkugeln auf diesen Konflikt, ebenso im Gewann Ochsenberg steht das "Spanische Kreuz" welches die Ermordung eines Edelmannes aus königlichem Geschlecht anzeigt.



1806
kommt Grüningen zum Großherzogtum Baden, nachdem das Dorf bis 1805 der Markgrafschaft Breisgau und danach kurz zum Königreich Württemberg angehörte. Bis zum Jahre 1833 bzw. 1845 wurden Frondienste geleistet, siehe Gewann "Frohnholz". Auch Bodenzinsen und andere Feudallasten wie der große und der kleine Zehnten wurden an die Herrschaftshäuser entrichtet.



1847

war ein großes Hungerjahr - und die folgenden Notjahre 1852 sowie 1853 führten als armselige Zeiten zu Auswanderungen.



1865
Die Schwarzwaldbahn wurde zwischen Villingen und Donaueschingen eingleisig fertig gestellt.



12. September 1911

Als Katastrophentag ging der 12. September 1911 in die Geschichte von Grüningen ein. Durch einen defekten Kamin brach im Ortsteil "Zinken" ein Feuer aus. In Windeseile verbreitete sich der Feuerteufel und legte 18 Wohngebäude mit Ökonomie und Nebenräumen, sowie Viehställen und Schuppen in Schutt und Asche.





1914 - 1918 Der erste Weltkrieg
Der erste Weltkrieg von 1914 - 1918 hinterließ schmerzliche Erinnerungen durch 10 Gefallene und einen vermissten Mitbürger. Ebenso forderte der zweite Weltkrieg durch 20 Gefallene und 10 Vermisste einen hohen Blutzoll für die kleine Ortschaft.



1952
wird Grüningen eine Gemeinde des neuen Landes Baden-Württemberg. Zur Stärkung der Verwaltungs- und Wirtschaftskraft wurde durch eine Volksabstimmung der Zusammenschluss erreicht. Der vorgesehene Namen "Südweststaat" fand bei der Landesbevölkerung keine Mehrheit. In den Folgejahren setzte das deutsche Wirtschaftswunder ein und auf allen Ebenen war ein Fortschritt zu verzeichnen.



1972

verliert der Ort im Zuge einer Verwaltungsreform seine Selbstständigkeit und wird in die Stadt Donaueschingen im Schwarzwald-Baar-Kreis eingemeindet. Eine positive Weiterentwicklung wurde gewährleistet. Mehrere Maßnahmen zur Infrastruktur wurden durchgeführt. So z.B. die Erneuerung der Ortsdurchfahrt mit Gehwegen, mehrere Baugebiete wurden erschlossen, ein neues Abwassersystem errichtet, es entstand die neue große Brigachbrücke und so wurde das Eigenleben des Dorfes nachhaltig unterstützt.



Erste schriftliche Erwähnung der Ortschaft Grüningen im Jahr 1109
Der genannte schriftliche Beleg findet sich im "Rotolus Sanpetrinus", einem Besitzverzeichnis des Klosters St. Peter im Schwarzwald. Dieses Besitzverzeichnis besteht aus einer mit sechzehn Pergamentblättern umfassenden Rolle. Diese unten aufgeführten Notizen in Reproduktion liefern die älteste gesicherte Nennung von Grüningen. Quellennachweis durch das Generallandesarchiv Karlsruhe ( GLA 14/4 ) vgl. oberbadisches Geschlechterbuch von Kindler. Auszug aus dem „Rotolus Sanpetrinus“: